Professionelle Netzmessung

Professionelle Netzmessung für M2M/IoT

Ist an einem Standort die Mobilfunkversorgung für Ihr IoT Projekt vorhanden? Gibt es immer wieder Netzprobleme bei bestimmten Anbietern? Gehen Sie diesen Fragen auf den Grund und lassen Sie die Leistung aller 2G/3G und LTE Netze vom Fachmann überprüfen.

Sie erhalten eine detaillierten Datenaufstellung - hier auszugsweise für eine LTE Messung dargestellt:

Selbstverständlich erläutern wir Ihnen falls gewünscht die Ergebnisse und geben Ihnen eine Handlungsempfehlung.

Überprüfen Sie schon vor dem Rollout die Versorgung an den geplanten Standorten, oder lösen Sie Empfangsprobleme im Betrieb

Wir setzen Messgeräte vom Typ "Siretta Snyper LTE+ Spectrum" ein und stellen diese auch leihweise zur Verfügung.

Wir können sowohl einige wenige, als auch hunderte von Standorten für Sie überprüfen.

Lassen Sie sich ein individuelles Angebot erstellen.

 

 


Was macht eine Multi-Netz SIM-Karte besonders?

Für die Machine-to-Machine Kommunikation und IoT über Mobilfunk werden häufig sogenannte „Multi-Netz“ SIM-Karten eingesetzt. Warum sie eigentlich kein Mobilfunkanbieter anbietet, aber doch allgegenwärtig ist erläutere ich in diesem Artikel.

Mobilfunkbetreiber sind nicht immer zu beneiden: Sie investieren mitunter Milliarden in Lizenzen, dann weitere Milliarden in den Netzaufbau und erst Jahre später zahlt sich eine Technologie wie LTE aus. Daher ist es nicht verwunderlich, dass man einmal gewonnene Kunden exklusiv versorgen will. Aus diesem Grund sind die SIM-Karten der Netzbetreiber für das jeweils andere Netz gesperrt – und dies sogar mit beiderseitiger Absicht.

Der Status Quo

Technisch ist dies gar nicht erforderlich, kommerziell aber so gewollt. Wir haben uns daran gewöhnt, aber anderseits ist es so, als könne man mit seinem Auto nur bei Aral, Shell oder Esso tanken.

Wir kennen also die Situation keinen Empfang zu haben, obwohl ein anderes Netz verfügbar ist und wir es – im Gegensatz zur „fremden“ Tankstelle - ärgerlicherweise nicht nutzen können. An einem selten besuchten Ort akzeptieren wir das, da wir ja mobil sind und nur vorübergehend offline.

Dieser Zustand ist für einen Automaten, Stromzähler, digitale Werbe- oder Anzeigetafel oder eine zu überwachende Maschine allerdings nicht akzeptabel, denn es hieße an diesem Standort komplett auf die Vernetzung via Mobilfunknetz verzichten zu müssen.

Die Lösung

Im Ausland dagegen kennen wir die Möglichkeit sich in mehrere Netze einzubuchen. Im International Roaming sieht es der Standard explizit vor sich in mehrere Netze einzubuchen. Um diese Funktion wiederum im Inland zu nutzen behilft man sich einfach mit einer ausländischen SIM-Karte. Diese kann, entsprechende Verträge vorausgesetzt in allen 3 Netzen in Deutschland genutzt werden.

Symbolbild: SIM-Karte, die sich in alle 3 Netze einbuchen kann

Anbieter

Einige Spezialanbieter haben diesen Bedarf früh erkannt und entsprechende Produkte auf den Markt gebracht. Dazu wird eine ausländische SIM-Karte in Deutschland verkauft, die kaum oder gar nicht im jeweiligen Heimatnetz eingesetzt wird. Dabei wird natürlich darauf geachtet, dass möglichst viele Roamingabkommen für möglichst viele Netze bestehen. Es gibt sogar M2M Anbieter mit Netzkennung ohne geographische Heimat, deren Karten immer im Roaming sind. Die nationalen Netzbetreiber können ein solches Produkt eigentlich nicht anbieten, da deren Karten das o.g. Problem der Sperrung der Netze der Wettbewerber haben. Um nicht ins Hintertreffen zu geraten, nutzen nationale Netzbetreiber SIM-Karten ihrer ausländischen Schwestergesellschaften und bieten sie den hiesigen Kunden an. Das führt sogleich zum nächsten Punkt:

 

Worauf zu achten ist

Nicht alle Multi-Netz Karten halten allerdings was sie versprechen, daher achten Sie auf diese 3 Punkte:

1. Die ungesteuerte Karte

Erkundigen Sie sich bei Ihrem Anbieter ob es sich um eine ungesteuerte Karte handelt. Gesteuerte Karten sind darauf geeicht möglichst lange im eigenen Netz zu verharren. Dies führt dazu, dass man bei einem schwachen Signal in einem Netz gefangen ist und den Vorteil in ein anderes Netz zu wechseln gar nicht nutzen kann. Am Besten sind daher sogenannte „ungesteuerte Karten“.

2. „Alle Netze“ und „alle Standards“

"Alle Netze" heißt nciht gleich "LTE" in allen Netzen, wie ein Kunde von mir schmerzlich feststellen musste: An einer seiner Anlagen funkte nur eines der 3 deutschen Netze – und zwar mit LTE. Leider hatte das als „Multi-Netz-Karte“ angepriesene Produkt keinen Zugang zum LTE-Netz des konkurrierenden Betreibers, sondern nur zu 2G und 3G. Ergo konnte die Anlage nicht mit dieser Karte online gehen. Prüfen sie also die nutzbaren Netze und den jeweiligen Standard.

3. Einheitliche Kosten

Einheitliche Kosten bei Nutzung der Karte in allen Netzen sollten selbstverständlich sein. Lesen Sie das Kleingedruckte, denn es gibt Verträge in denen die Nutzung mehrerer Netze zwar im Prinzip vereinbart ist, aber der Netzbetreiber den vereinbarten Preis nur unter der Bedingung zusagt, dass mindestens 95% der Daten in den eigenen Netzen übertragen werden.

> Sind diese 3 Punkte erfüllt, steht einer optimalen Netzversorgung nichts mehr im Wege.

 

Möchten Sie mehr zum Thema M2M/IoT Vernetzung erfahren oder wünschen Sie ein Angebot für die Mobilfunkversorgung Ihrer Anwendungen kontaktieren Sie mich.

Roland Becker.

 


Vernetzung von Maschinen und Geräten mit LTE und Schmalband - Technologien anhand von 3 Beispielen:

Bei mehreren Veranstaltungen der Initiative Digital – wie hier beim Kick-off im Landkreis Starnberg - durfte ich den anwesenden Unternehmern mit meinem Vortrag einen Einblick in IoT geben. Vielen Dank an Sabine Zimmermann, Werner Theiner und den Gastgeber Michael Padberg von der Professionals´ Telecom (PTC) aus Wörthsee.

Das Feedback aus dem Publikum hat mir gezeigt, daß ein große Interesse an diesem Thema und an neuen Anwendungsfällen besteht, die unter Anderem durch die neunen Schmalbandtechnologien - quasi als Vorhut von 5G - ermöglicht werden.

Mir ist auch immer wichtig darauf hinzuweisen, daß wir mit 5G einen großen technologischen Sprung vor uns haben, dieser aber im wesentlichen den massenhaften Einsatz von M2M und IoT ermöglicht. Auf der Anwendungsseite gibt es aber kaum Fälle, die mit den heutigen Netzen nicht umsetzbar sind.

Kurzversion (ca. 3 min)

https://youtu.be/yGpX1qZ_JUc

Kompletter Vortrag (ca. 7min)

https://youtu.be/9Ql_K67mHDY

 

 

Was haben Steinbrüche, Öltanks und Golfplätze gemeinsam?

Kürzlich war ich zu Gast auf der Innovationstagung beim Betreiber von Rechenzentren noris network und hatte die Gelegenheit dem interessierten Publikum die Möglichkeiten von IoT über Mobilfunk anhand von 3 Beispielen näherzubringen. Vielen Dank an dieser Stelle an HAZEMAG, LIV-T und tagmarshal für das zur Verfügung gestellte Material.

Bei meinem heutigen Vortrag sollte die Anwendung und nicht die Technik im Vordergrund stehen, daher habe ich mich entschieden 3 Beispiele vorzustellen, die typisch für die jeweils eingesetzten Technologien sind.

Steinbruch

Das Unternehmen HAZEMAG ist weltweiter Spitzenreiter in den Bereichen Zerkleinerungs- und Sortierprozesse. Bei seinen Kunden sind Produktivität und Wirtschaftlichkeit der Anlagen hochgeschätzt. Am Beispiel der sog. Prallmühle habe ich erläutert wie die Firma HAZEMAG die Effizienz seiner Maschinen mit HAZconnect weiter verbessert. Bisher wurden die Maschinen über einen potentialfreien Kontakt überwacht, d.h. man konnte aus der Ferne lediglich „an“, „aus“, oder „kaputt“ erkennen. Über ein eingebautes 4G/WiFi Modul wird die Maschine über eine M2M SIMkarte online gebracht und die Fülle der Daten, die bisher in der intelligenten SPS Steuerung an der Maschine lokal „gefangen“ waren können nun per App abgefragt und in das zentrale Leitstandsystem integriert werden. HAZconnect ist nun als Teil jeder HAZEMAG Maschine oder Anlage verfügbar und sorgt dafür, dass die Daten dahin kommen wo sie gebraucht werden: Zum Leitstand, SCADA System, in die Cloud und auf mobile Endgeräte.

Für mich ist HAZconnect ein super Beispiel wie ein deutscher Champion einer klassischen Industrie erfolgreich in die Digitalisierung geht.

Öltanks

Im zweiten Beispiel geht es um OilFox, eine Anwendung, die durch die neuen Schalband IoT Funktechnologien erst möglich wurde. Diese Technologien wie Narrowband-IoT (NB-IoT) oder Sigfox bieten eine Übertragung mit deutlich besserer Funkversorgung als LTE und sind so stromsparend, dass sie eine mehrjährige Betriebszeit mit handelsüblichen Batterien erlauben.

Beides macht sich OilFox zu Nutze – ein Füllstandsmesser für Öltanks. Entwickelt von der Firma LIV-T ermöglicht der OilFox ein Online Monitoring von Öltanks, die gewöhnlich an schwer zugänglichen Stellen anzutreffen sind: In Kellern, gut geschützt durch Betonwände oder gar im Boden versenkt mit einer Metallplatte gut abgeschirmt. Trotzdem erreicht das Signal über NB-IoT oder Sigfox die Sendemasten und die wenigen Daten reichen aus, um in Echtzeit über den Ölverbrauch auf dem Laufenden zu sein.

OilFox – alle Vorteile von Schmalband IoT in einer Lösung.

Golfplätze

tagmarshal ist eine Optimierungsplattform für Betreiber von Golfplätzen, die IoT und Datenanalyse nutzt, um die Effizienz der weltweiten Golfindustrie zu verbessern. Eine Herausforderung beim Golfspiel ist es eine gleichmäßig hohe Auslastung des Golfplatzes  zu erreichen um zu Stoßzeiten möglichst vielen Spielern ein ungestörtes Spiel zu ermöglichen. Dies wird durch das System tagmarshal stattet jede Spielgruppe („flight“) mit LTE online verbundenen Geräten mit eingebauter M2M SIM aus, die den Spielfortschritt erfassen und auch Feedback an die Gruppe zurückgeben können. Damit wird der Spielfluss erfasst und an eine Analyse- und Decision-Engine weitergeleitet. Das Management kann sich über die tagmarshal Software jederzeit ein Bild über die Situation auf dem Platz machen.

Da es sich um eine internationale Lösung handelt, die auf mehreren Kontinenten eingesetzt wird, ist eine weltweite Mobilfunkversorgung aus einer Hand, wie sie von spezialisierten M2M-Anbietern realisiert wird, entscheidend.

Damit sind Steinbrüche, Öltanks und Golfplätze perfekte IoT Erfolgsgeschichten.

Kann ich zum Erfolg Ihrer IoT Geschichte beitragen? Melden Sie sich!


has·to·be setzt auf Mobilfunkpartner BECKER IOT und wherever SIM

Radstadt/München [2.12.2019] – In seiner Rolle als Gesamtlösungsanbieter für E-Mobilität bietet
has·to·be auch die Mobilfunkvernetzung von Ladepunkten an. Diese wird in Zukunft in
Partnerschaft mit BECKER IoT auf Basis von Multi-Netzwerk SIM-Karten der wherever SIM GmbH
realisiert.

Mit Hilfe der installierten Mobilfunk-Lösung können sich die betreuten Ladesäulen in nahezu jedes
Mobilfunknetz in Europa einbuchen. Die zugehörige Cloud-Plattform ermöglicht has·to·be das
lückenlose Monitoring aller Verbindungen und bietet weitere Tools, um einen reibungslosen Betrieb
sicherzustellen. Die Einbindung der SIM-Karten in das Virtuelle Private Netz (VPN) der has·to·be
rundet die ganzheitliche Lösung ab.

Martin Klässner, CEO has·to·be gmbh, ist überzeugt: „Die E-Mobilität ist eine junge und sehr
dynamische Branche. Aus diesem Grund stellen wir höchste Anforderungen in puncto Konnektivität
und Flexibilität an unsere Partner und freuen uns sehr über die neue und starke Partnerschaft mit
Becker-IoT und wherever SIM. Die SIM-Karten von wherever SIM bieten höchst ausgereifte
Technologie und sind fähig sich an jedem bzw. von jedem Standort weltweit in verschiedene Netze
einzuwählen, während es sich immer am stärksten, verfügbaren Netz vor Ort orientiert. Damit
können wir mit unseren Lösungen maximale Stabilität mit der Nutzung von wherever SIM-Karten
gewährleisten.“

„Mobilfunkvernetzung ist eine Schlüsseltechnologie für die Digitalisierung und damit auch für E-
Mobilität“ so Roland Becker, Gründer von Becker IoT und Spezialist auf dem internationalen
Mobilfunkmarkt. Insgesamt 500 Netze in 190 Ländern finden sich in seinem Angebot, aus dem er
gemeinsam mit Kunden die jeweils geeignete Anbindung auswählt. Das Produkt von whereverSIM
passt optimal zu den Anforderungen von has.to.be und bietet neben der besonderen Zuverlässigkeit
eine hohe Sicherheit bei der Datenübertragung.

Über BECKER IOT
Becker IoT bietet unter dem Leitsatz „Intelligent vernetzt“ Mobilfunklösungen für das Internet der
Dinge (IoT) und die Maschinenkommunikation (M2M) an. Um seine Kunden passgenau zu bedienen,
arbeitet Becker IoT eng mit den führenden Anbietern für nationale und weltweite
Mobilfunkvernetzung sowie weiteren Lösungsanbietern im Bereich IoT Hard- und Software sowie
Narrowband-Kommunikation zusammen.

Über die wherever SIM GmbH
Die wherever SIM GmbH steht für zuverlässige und sichere SIM-Karten-Lösungen, die
unterschiedlichste Geräte weltweit mit dem Internet verbinden. Dabei agiert das Unternehmen
deutlich flexibler und schneller als herkömmliche Netzbetreiber – zum Vorteil seiner Kunden und
Partner. Zu langjährigen Kunden der Gesellschaft zählen Startups, Mittelständler wie auch Konzerne,
darunter Rossmann, Engelbert Strauss oder MOIA.

Über die has·to·be gmbh
Das Unternehmen mit Sitz in Radstadt (Salzburg), München und Wien ist ein führender
Gesamtlösungsanbieter für E-Mobilität. Die Produkte und Services von has·to·be bieten alles, was
Unternehmen für den Erfolg in der E-Mobilität brauchen: vom sorgenfreien Betrieb von E-
Ladestationen bis zum Management von weltweiten Mobilitätsangeboten. Im Rahmen der
be.connected conference bringt has·to·be jedes Jahr Unternehmer, Vertreter und Innovatoren der
Branche zusammen, um sich auszutauschen und zu vernetzen.


Kontaktdaten

BECKER IOT
Roland Becker
Phone: +49 176 1000 0111
E-Mail: roland.becker@becker-iot.de
Web: www.becker-iot.de

Has.to.be
Klaus Stenico
Phone: +43 6452 21200-60
E-Mail: klaus.stenico@has-to-be.com
Web: www.has-to-be.com

whereverSIM
Laura Gaber
Team phone: +49 40 228 616 333
Email: laura.gaber@whereversim.de
Web: whereversim.de


Warum Sie bei IoT nicht auf 5G warten müssen

Mit der Einführung des neuen Mobilfunkstandards 5G sind zahlreiche Hoffnungen und Erwartungen verbunden. Doch realistisch betrachtet sind diese erst in ein paar Jahren, und dann auch nicht flächendeckend verfügbar. Was die Wenigsten wissen: Im Bezug auf das Internet der Dinge lässt sich der größte Vorteil der 5G Netze seit Kurzem schon in den heutigen LTE(4G) Netzen nutzen. Das Zauberwort heißt „Narrowband - IoT“

Bei 5G geht es, wie bei jeder neuen Mobilfunkgeneration um effizientere Nutzung der Frequenzen und damit um mehr Kapazität insgesamt und mehr Geschwindigkeit pro Nutzer. Zwei Anwendungsfelder sind bei 5G aber darüber hinaus im Fokus: 1. Echtzeitanwendungen, die durch die Verringerung der Signallaufzeiten (der sogenannten Latenz) möglich werden und 2. das Internet der Dinge. Die Verbesserungen für das Internet der Dinge betreffen einen geringen Stromverbrauch, eine bessere Reichweite und die Möglichkeit besonders viele Verbindungen gleichzeitig zu unterhalten. Man spricht von bis zu 1 Million Objekte pro Quadratkilometer.

2 von 3 dieser Erfolgsfaktoren in der IoT - Vernetzung, nämlich der geringe Stromverbrauch und die Funkversorgung in Gebäuden verbessern sich nicht erst bei 5G, sondern - und das ist die wirklich gute Nachricht – auch bereits bei der aktuell verfügbaren „Narrowband – IoT“ Technologie auf LTE-Basis.

 

Wie der Name schon sagt handelt es sich bei Narrowband um eine besonders schmalbandige Übertragung d.h. es werden nur wenige Daten übertragen. Daher eignet sich diese Technologie für einfache Sensoren zur Messung von Werten wie Temperatur, Druck aber auch GPS Daten oder Zustandswerten wie „Füllstand“, „auf-zu“ usw. Der Vorteil: eine solche Übertragung kostet extrem wenig Energie und dafür ist dieser Standard optimiert. Somit werden erstmals Mobilfunkmodule mit Batteriebetrieb und Laufzeiten von mehreren Jahren (!) machbar.

Der Nutzen wäre freilich begrenzt, wenn kein Empfang vorhanden ist, denn viele Dinge, die überwacht oder gesteuert werden sollen, befinden sich nun mal (zumindest zeitweise) im Inneren von Gebäuden oder an anderen Orten an denen unsere (teilweise zu Unrecht) vielgescholtenen Mobilfunknetze keinen Empfang bieten. Auch hier gibt es eine signifikante Verbesserung. Bei der schmalbandigen Übertragung wird - vereinfacht gesagt - Geschwindigkeit gegen Signalstärke getauscht. Das ist so ähnlich als würde man beim Auto oder Fahrrad in einen niedrigeren Gang schalten um mehr Kraft für die Steigung haben – im Gegenzug sinkt die Geschwindigkeit. In der Folge lassen sich mit dem Signal Mauern durchdringen bei denen im bisherigen Standard nichts zu machen war. Damit ist dann auch der oft genannte Stromzähler im Keller erreichbar.

Fazit: Eine kostengünstige und energiesparende Anbindung von „Dingen“ an das Internet egal ob Inhouse oder mobil ist über die aktuellen Netze möglich. Dadurch ergeben sich nahezu unendlich viele Möglichkeiten und das schon heute – nicht erst mit 5G.


LoRa, LTE, 5G, Narrowband-IoT usw. - wonach sollte ich Funktechnolgien bewerten?

Der technische Fortschritt in der Digitalisierung wird von mehreren Faktoren wie Rechenleistung, verbesserter Sensorik oder eben verbesserte Drahtlosübertragung getrieben.

Heute konkurrieren mehrere verschiedene Funkstandards um die Gunst der Nutzer in der Maschinenkommunikation und dem Internet der Dinge:

    • 2G/3G
    • LTE 4G
    • Narrowband-IoT
    • LTE-M
    • LoRa WAN
    • Sigfox
    • und bald schon 5G

Auf der einen Seite stehen die standardisierten Mobilfunktechnologien, die eine Fortentwicklung des ersten wirklich weltweiten Standards „GSM“ darstellen. Mit jeder Generation wurden vor allen die übertragenen Datenmengen erhöht aber auch neue Frequenzen eingesetzt. Nutze man zur Zeit von GSM noch ausschließlich Bänder um 900 MHz, folgten anschließend 1800 MHz für GPRS, 2100 MHz für UMTS sowie 800 und 2600 MHz für LTE. Für die neue Mobilfunkgeneration 5G sind neben 3,5 GHz erstmals noch höhere, in der Vergangenheit nicht massentaugliche Frequenzen jenseits 20GHz vorgesehen.

Im Gegensatz zu diesen lizensierten, also kostenpflichtigen und regulierten Frequenzen werden, vor allem im Nahbereich unlizensierte Frequenzbänder nach bestimmten Regeln, z.B. begrenzte Sendeleistung und begrenzte Sendezeit genutzt. Diese Bänder liegen bei 433MHz oder 868 Mhz und wurden bisher für Anwendungen im Nahbereich wie Funkschlüssel, Außenthermometer oder Funkalarmanlagen genutzt. Hier wurden nun neue Technologien für den mehr oder weniger großflächigen Einsatz entwickelt. Daraus gingen LoRa WAN und Sigfox hervor, die erstmals eine Alternative zu den klassischen Mobilfunktechniken darstellen.

Ohne die jeweiligen individuellen Vor- und Nachteile ausführlich darzustellen stellt sich zunächst die Frage nach welchen Kriterien eine Technologie zu bewerten ist:

1. Funkverbindung

Wichtigste Voraussetzung ist natürlich die erfolgreiche Funkverbindung, d.h. die Reichweite und Versorgung des Endpunkts muss sichergestellt sein. Bei öffentlichen Netzen gilt es also die Netzabdeckung zu überprüfen. Im Falle von 2G/3G/LTE ist es von Vorteil Zugang zu mehreren Netzbetreibern zu haben um Versorgungslücken zu minimieren. Bei Technologien wie LoRA oder Sigfox besteht ggfs. die Möglichkeit der Funkversorgung mit eigener Infratsruktur „nachzuhelfen“.

2. Internationale Verfügbarkeit

Eng verbunden mit der Funkabdeckung ist die Frage, ob eine internationale Verfügbarkeit erforderlich ist. Produziere ich ein Gerät oder Anlage für den internationalen Markt, dann möchte ich keine 20 Varianten herstellen und managen. Hier gibt es zu 2G/3G und LTE bisher kaum eine Alternative. Sigfox bietet allerdings eine steigende Anzahl an Ländern und die Branche wartet darauf, daß Narrowband-IoT für Roaming freigeschaltet wird bzw. LTE-M ausreichend verfügbar wird.

3. Datenrate

Wieviele Daten sollen übertragen werden und ist die jeweilige Technologie dafür geeignet? Schmalbandtechnologien zu denen LoRA, Sigfox und Narrowband-IoT gehören sind explizit auf sehr geringe Datenmengen ausgelegt, bringen dafür aber andere Vorteile mit, z.B. beim Energieverbrauch und den Hardwarekosten. Mit 3G und LTE lassen sich sehr hohe Datenmengen bis mehrere Gigabyte bei hohen Datenraten von „echten“ ca. 10 Mbit/s (3G) oder ca. 50 Mbit/s (LTE) übertragen.

4. Hardwarekosten

Preise für Module variieren von unter 10€ pro Stück bei 2G, LoRa, Sigfox, und bald auch Narrowbad-IoT bis hin zu 40-70€ für LTE Module. Hinzu kommen natürlich die sonstigen Hardwarekosten für die Steuerung, Sensorik etc. Gerne werden auch sogenannte „Edge Gateways“ z.B. in Form des Raspberry Pi eingesetzt, die lokale Informationen per Bluetooth oder RFID sammeln und dann über eine WAN Verbindung in die Cloud oder Zentrale übermitteln.

5. Laufende Kosten für die Übertragung

In der Vergangenheit war das oft der höchste und damit abschreckendste Posten in der drahtlosen Kommunikation. Heute sind kleine Datenmengen egal ob über M2M SIMKarten, also Mobilfunk jeglichen Standards als auch über die öffentlichen Schmalbandnetze für weniger als 1€ pro Monat übertragbar. Sogar hohe Volumina wie Gigabytes sind in vielen Anwendungsfällen wirtschaftlich zu übertragen. Will man Daten international übertragen oder ist man kein Großkunde bei den klassischen Netzbetreibern sollte man sich an alternative M2M Anbeiter wenden, um gute Konditionen zu erhalten. Außerhalb Europas werden pro MB schnell mal 5€ aufgerufen obwohl die gleiche Leistung anderweitig für nur 20ct erhältlich ist. Hier gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den Netzbetreibern und alternativen Spezialanbietern und es ist bedauerlich, wenn ein Projekt an dieser Stelle an überhöhten Preisen scheitert.

6. Energieverbrauch

Wirklich mobile Anwendungen finden ggfs. dort statt wo keine Stromversorgung existiert: Beim Tracking von Gegenständen, Einsatz von kleinen Sensoren oder einfach, weil eine Stromversorgung das Gerät unnötig verteuert. Hier schlägt die Stunde der Schmalbandtechnologien, denn diese sind auf Stromsparen optimiert und lassen sich mit Batterien über Monate oder gar Jahre betreiben. Trotzdem sollte man hier mit der nötigen Expertise genau hinschauen und testen.

7. Integration und Management

Klassische Mobilfunktechnologien lassen sich relativ einfach integrieren, da sich die gleichen Protokolle wie bei WLAN oder im Firmennetz nutzen lassen. Die schmalbandigen Technologien erfordern andere Protokolle und höheren Integrationsaufwand, weil meist eine Zwischenschickt eingeführt werden muß. Hinzu kommt bei allen Technologien das Management der Endpunkte, im Falle von Mobilfunk der SIM-Karten, die in hochentwickelten Managementportalen verwaltet werden, die meist auch per API ansprechbar sind.

Zuletzt muß man sicher auch die Zukunftsfähigkeit der Technologie bewerten und die Abhängigkeit, in die man sich am Ende bei der Festlegung auf einen Standard begibt.

Nichtsdestotrotz stehen hinter diesen vielen Kriterien vor Allem unzählige Möglichkeiten, die gerade in Deutschland viel zu wenig genutzt werden und die es gilt für bestehende und neue Anwendungen zum Wohle der Nutzer einzusetzen.